Rodung Salzburg

Gemeinsam für den Erhalt der Eschen in Europa

Gemeinsam für den Erhalt der Eschen in Europa

Die Bedeutung der Esche als einer der wichtige ökologische und ökonomische Baumart ist in Europa unbestritten. In verschiedenen Ländern speziell in der EU wurden Erhaltungsprogramme initiiert, um diese Baumart zu retten.  Um europaweit gemeinsam zur Rettung der Esche durch Austausch von Informationen beizutragen, hat das Institut für Waldgenetik des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) zusammen mit dem Institut für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz (IFFF) der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU Wien) in der Zeit vom 18. bis 20. Juni 2018 einen internationalen Workshop in Wien veranstaltet. 

Resistenz gegenüber Eschentriebsterben zum großen Teil genetisch bedingt

Die Widerstandskraft gegenüber dem Erreger des Eschentriebsterbens hat, wie Berichte aus verschiedenen Ländern (Dänemark, Litauen, Schweden und Österreich) zeigen, eine hohe genetische Komponente. Aufgrund der relativ hohen Erblichkeit sind Ansätze, wie sie auch am Institut für Waldgenetik des BFW verfolgt werden, sehr aussichtsreich. Insbesondere sind Erhaltungsmaßnahmen, welche auf einer sehr starken Auslese basieren, anzustreben. Je intensiver diese Auslese vorgenommen wird, desto größer sind die Chancen resistente/tolerante Eschen zu finden.

Gemeinsam für den Erhalt der Eschen in Europa
In Europa wird auch intensiv an der Nutzung von molekularen Verfahren gearbeitet, um klassische Erhaltungsmaßnahmen zu unterstützen. So wird beispielsweise in Irland und Deutschland gezielt nach Stoffwechselprodukten gesucht, welche in toleranten, asiatischen Eschenarten vorkommen, um dann ein Vorhandensein dieser Stoffwechselprodukte in relativ resistenten Individuen der Esche zu überprüfen. Eine praktische Anwendung dieser Bemühungen könnte es sein, die Feldresistenz der Eschen durch einen Frühtest besser einschätzen zu können. Darüber hinaus wird die Suche nach molekularen Markern resistenter Eschen erleichtert.

Ein interessanter Ansatz, die Resistenz von Eschen zu erhöhen, wurde aus Deutschland berichtet. Durch gezielte Behandlung mit speziellen Chemikalien („Priming“) sollen bestimmte Gene im Erbgut eingeschaltet werden, welche selbst über die Generationsschwelle hinweg die Resistenz erhöhen könnten.

Eine weitere Möglichkeit der Resistenzerhöhung wurde aus Irland vorgetragen, wo durch gezielte Kreuzungen mit resistenten, asiatischen Eschenarten Pflanzenhybride entstehen sollen.

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Österreichischer Eschenversuch – vermutlich der größte in Europa

Besonderes Highlight des Workshops war die Vorstellung des österreichischen Eschenversuches. Anhand eines stark geschädigten Eschenbestandes in der Gemeinde Stockerau wurden die im Projekt „Esche in Not“ für die Auswahl von scheinbar resistenten Eschen angewandten Kriterien vorgestellt. Im Anschluss daran konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Bild über das enorme Ausmaß der Anlage zur Resistenzprüfung im BFW Versuchsgarten Tulln machen. Insgesamt befinden sich die Nachkommen von mehr als 700 Einzelbäumen, welche in fast 900 österreichischen Waldbeständen ausgewählt wurden, im Resistenztest des BFW. Damit kann aus mehr als 34.000 Sämlingen, welche alle bereits von scheinbar toleranten, feldresistenten Mutterbäumen abstammen, Material für künftige Erhaltungspopulationen ausgelesen werden. Beeindruckt vom großen Umfang des österreichischen Eschenversuchs wurde  sehr ausführlich über die weitere Datenerhebung und die künftige Nutzung dieses Versuches für Erhaltungsmaßnahmen und Forschungsfragen diskutiert. Sicher ist, dass mit der Etablierung dieses Versuches ein wichtiger Schritt zur Erhaltung der Esche gelungen ist.

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Austausch von Pflanzenmaterial forcieren

Um die in Europa initiierten Maßnahmen zu verbessern, wurde ein möglicher Materialaustausch von resistenten Eschen diskutiert. Die Einbringung von Pflanzenmaterial, welches in verschiedenen Versuchen bereits getestet wurde, dient dabei europaweit als anwendbarer Standard. Sehr ausführlich wurde die Möglichkeit der vegetativen Vermehrung von Eschen erörtert, welche eingeschränkt möglich, aber sehr kostenintensiv ist. Damit ist die Nutzung dieses Vermehrungsverfahrens für den Erhalt der Esche derzeit nur begrenzt möglich (vgl. BFW2018).

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