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Prachtkäfer – Gewinner in Trockensommern

Prachtkäfer – Gewinner in Trockensommern

Prachtkäfer profitieren gleich doppelt von einem Trockensommer: Einerseits beschleunigt der warme Sommer ihre Entwicklung, andererseits werden die Waldbäume durch die Trockenheit geschwächt.

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Prachtkäfer (Buprestidae) sind wärmeliebende Arten, die Waldränder, plötzlich freigestellte Bäume und lichte Waldbestände bevorzugen. Sie befallen Bäume nur wenn diese durch andere Insekten vorgeschädigt oder durch Trockenheit stark geschwächt sind. Waldbesitzer und Förster müssen daher nach Trockensommern die Prachtkäferarten aufmerksamer beobachten, besonders den Buchenprachtkäfer, die Blauen Kiefernprachtkäfer und den Zweipunkt-Eichenprachtkäfer.

Alle drei Arten benötigen für die Entwicklung vom Ei bis zur Imago witterungsabhängig ein bis zwei Jahre. In einem warmen Sommer können sie ihre Entwicklung aber innerhalb eines Jahres erfolgreich abschließen. Gleichzeitig leiden die Bäume dann unter Wassermangel, wodurch ihre Vitalität und Abwehrkräfte gegen Insektenbefall sinken.

Inhalt:

Schadwirkung

Die genannten Prachtkäferarten legen ihre Eier auf der Rinde oder in Rindenrissen geschwächter, aber noch lebender Bäume ab. Anschließend bohren sich die Larven durch die Rinde und fressen im Bast und Kambium. Die sehr kleinen Einbohrlöcher sind mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen. Die zickzackförmig gewundenen Fraßgänge werden mit zunehmendem Alter der Larven breiter. Das Bohrmehl verbleibt in den Gängen, die flächig oder stammumfassend verlaufen.

Das Kambium wird beim Fraß zerstört. Die Eichenprachtkäferlarve frisst stammumfassend und tief in den Splint, so dass darüberliegende Kronenteile absterben. Bei Kiefer und Buche führt der flächigere Prachtkäferfraß nicht dazu, dass die Belaubung sofort zeichnet. Der Befall ist damit schwieriger zu erkennen.

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Der Buchenprachtkäfer (Agrilus viridis)

Der metallisch grüne bis olivgrüne Käfer ist zwischen fünf und elf Millimeter lang. Die Käfer schwärmen von Mitte Mai bis Oktober mit einem ausgeprägten Schwerpunkt im Juni/Juli. Die Weibchen legen Eipakete mit bis zu 24 Eiern auf die Rinde (Abb. 1), bevorzugt auf der Südseite der Stämme und Äste.

Die in Europa heimische Art lebt hauptsächlich an der Rotbuche, vereinzelt auch an anderen Laubbaumarten. Einzelne Altbuchen werden nach plötzlicher, starker Freistellung befallen. Durch eine anhaltende Trockenheit werden allerdings Bestände auf großer Fläche anfällig. Dann ist mit einem Anstieg der Population und des Schadholzanteils zu rechnen. Bei mehrjährigen großflächigen Schwächungen kann der Buchenprachtkäfer Massenvermehrungen aufbauen. Die Schäden treten dabei typischerweise an exponierten Bestandsrändern und im Bestand nesterweise auf.

Befall erkennen: Ein Befall durch den Buchenprachtkäfer beginnt zunächst in der Oberkrone und ist leicht mit Zopftrocknis durch Trockenschäden zu verwechseln. Im weiteren Befallsgeschehen entstehen an den Stämmen schwarze Nekrosen und Schleimflußflecken, häufig mit weißem Hof (Abb. 2). Darunter liegen die zickzackförmigen Larvengänge, die parallel zur Faser verlaufen. Da durch die abgestorbene Lichtkrone mehr Sonne und Wärme an den Stamm kommt und diesen für die nächste Generation attraktiv macht, werden befallene Bäume typischerweise mehrfach besiedelt. Weiteres Erkennungsmerkmal sind dann die ovalen, nicht exakt symmetrischen, sondern D-förmigen Ausfluglöcher (Abb. 3).

Handlungsempfehlungen: Jede Fällung lichtet den Bestand auf und schafft günstigere Lebensbedingungen für den Buchenprachtkäfer. Eine Bekämpfung ist daher sehr schwierig. Da die Fraßgänge mehr oder weniger in Faserrichtung verlaufen, sterben die befallenen Bäume eher langsam ab – häufig erst mit pilzlichen Folgeschädlingen oder bei sehr hohem Befall. Treten günstige Witterungsbedingungen ein, kann die Rotbuche den Befall durch die Bildung einer Sekundärkrone wieder ausheilen bzw. einen fortgesetzten Befall abwehren. Erste Schäden sollten daher weiter beobachtet werden. Fällen Sie die Bäume nur, wenn deren Absterben abzusehen ist. Frisch geschlagenes, befallenes Holz muss bis Ende April aus dem Wald entfernt und darf keinesfalls im Wald gelagert werden.

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Die Blauen Kiefernprachtkäfer (Phaenops cyaneaPhaenops formaneki)

Unter dem Begriff „Blauer Kiefernprachtkäfer“ werden häufig die beiden Arten Phaenops cyanea (Abb. 4) und Phaenops formanekizusammengefasst. Wirtsbaumart ist die Kiefer, befallen werden geschwächte Stangen- und Baumhölzer. Beide Arten können keine gesunden Kiefern befallen. Die Larven von Phaenops cyaneaentwickeln sich unter der dickborkigen Kiefernrinde, die von Phaenops formaneki unter der Spiegelrinde; der Splint wird nicht oder nur sehr schwach geschürft. Die Käfer fliegen von Juni bis September.

Befall erkennen: Der Befall wird meist ab September durch Spechtabschläge der Rinde erkennbar. Man kann dann die Fraßgänge (Abb. 5) der kochlöffelförmigen Larven mit dem wolkenartig angeordneten Bohrmehl sehen. Die schmal ovalen Ausfluglöcher der Käfer sind oft schräg gestellt (Abb. 6). Ein unsicheres Merkmal für Prachtkäferbefall ist eine Braunfärbung der Kiefernkrone. Diese kann auch durch andere Schadorganismen oder Trockenheit verursacht sein.

Handlungsempfehlungen: Auch hier führen Fällungen zu einem wärmeren und damit für die Arten günstigeren Bestandesinnenklima. Daher sollten nur stark befallene Bäume entnommen werden. Beobachten Sie den Befall genau und ergreifen Sie erst bei Massenvermehrung Eindämmungsmaßnahmen. Bringen Sie dann befallene Bäume bis Ende April aus dem Wald und entsorgen Sie auch die abgefallene Rinde. Frisch geschlagenes Holz oder Stämme befallener Bäume dürfen nicht im Wald gelagert werden. Bäume mit Trockenschäden sollten Sie regelmäßig auf Befall kontrollieren. Tritt über den Sommer frischer Befall auf, reicht es aus, die Bäume im Winter aufzuarbeiten.

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Der Zweipunkt-Eichenprachtkäfer (Agrilus biguttatus)

Der wärmeliebende Zweipunkt-Eichenprachtkäfer ist ein Sekundärschädling, der durch verschiedene Faktoren begünstigt wird:

  • warme Sommer mit geringen Niederschlägen
  • Fraßschäden durch andere Insekten (z.B. Eichenwickler, Schwammspinner)
  • extreme Witterungsereignisse (z.B. Trockenheit, Spätfröste)
  • ungünstige Standortsverhältnisse für die Eiche (Vitalitätsminderung)

Befallen werden Stiel- und Traubeneichen aller Altersklassen ab dem Stangenholzalter, bevorzugt aber stärkere Bäume. Besonders gefährdet sind lückige Bestände und lichte Reinbestände mit Alteichen. Befallen werden nur noch lebende Eichen, keine abgestorbenen Bäume oder lagerndes Holz. Allerdings können sich Altlarven oder Puppen bei ausreichender Holzfeuchte in frisch abgestorbenen oder gefällten Eichen fertig entwickeln.

Befall erkennen: Beim Einbohren der Larven können dunkle Schleimflussflecken am Stamm entstehen. Schleimfluss ist aber nicht immer auf Prachtkäferbefall zurückzuführen. Diese Bäume sollten beobachtet aber keinesfalls automatisch entfernt werden. Denn bei ausreichender Vitalität kann die Eiche den Befall abwehren. Wenn die Larven den Saftstrom in den Ästen während der Vegetationsperiode unterbrechen, entstehen Vergilbungen und Welkeerscheinungen an einzelnen Ästen, Kronenteilen oder in der gesamten Krone.

Handlungsempfehlungen: Nach Massenvermehrung blattfressender Insekten kann der Zweipunkt-Eichenprachtkäfer Bäume zum Absterben bringen (Abb. 7 und 8), die sich sonst möglicherweise wieder regeneriert hätten. Phytosanitär sinnvoll ist nur der Einschlag von Bäumen mit aktuellem Befall. Ist der Käfer aus den abgestorbenen Bäumen bereits ausgeflogen, können diese im Bestand verbleiben und zur Totholzmehrung beitragen. Akut befallene Bäume stehenzulassen verbietet sich allerdings. Solche Bestände sind in Jahren der Massenvermehrung des Eichenprachtkäfers für eine gezielte Totholzanreicherung ungeeignet.

Bringen Sie Stamm und Kronenmaterial (ab einer Stärke > 10 cm) entnommener Bäume bis spätestens Mitte April auf Lagerplätze außerhalb der gefährdeten Eichenbestände. Müssen Sie befallene Stämme im Wald lagern, ist es erforderlich diese zu entrinden und die Rinde phytosanitär zu behandeln.

Umgang mit Totholz

Totholzanreicherung wird im Zusammenhang mit Prachtkäferbefall kontrovers diskutiert. In durch Prachtkäferbefall abgestorbenen Bäumen können sich noch Entwicklungsstadien in hoher Stückzahl befinden. Sie sind nicht dazu geeignet als Totholz im Bestand zu verbleiben, da sie der Massenvermehrung der Art dienen und das Waldschutzrisiko des Bestandes weiter steigern. Die Totholzanreicherung wird damit in Beständen mit Massenvermehrungen von Prachtkäfern für die Dauer einer akuten Bestandgefährdung teilweise ausgesetzt. Holz aus dem Wintereinschlag und älteres Totholz nehmen die genannten Prachtkäferarten nicht mehr an. Es kann ohne Risiko zur Totholzmehrung im Wald verbleiben (Waldwissen.net 2018).

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